"DIE LETZTE GRÄFIN" (mit einer absurden Vergangenheit)Acryl auf Leinwand
60 x 40 cm
Niemand konnte genau sagen, wann sie zur letzten Gräfin geworden war. Titel verschwinden selten mit einem Knall...sie lösen sich langsam auf, zwischen falsch geführten Archiven, widersprüchlichen Erinnerungen und Geschichten, die mit jeder Wiederholung ein wenig anders werden. Die Gräfin selbst schien das nicht weiter zu beschäftigen. Man traf sie weiterhin dort, wo gewöhnliche Tage stattfinden... im Supermarkt zwischen zwei Regalen, beim Metzger an einem Dienstagmorgen wenn es warme Leberkässemmeln gibt, oder auf dem Gehweg, als hätte sie noch immer irgendwohin zu gehen.
Wer durch ihre Gläser blickt, meint manchmal, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Doch statt Augen erscheinen dort nur Fragmente der Welt – Farben, Bewegungen, der Lärm des Alltags. Der Eindruck von Durchsicht ist trügerisch. Die letzte Gräfin bleibt unzugänglich. Vielleicht ist genau das ihre letzte Form von Würde... nicht mehr erklären zu müssen, wer sie einmal gewesen sein könnte.